Eltern des aktuellen Konfirmandenjahrgangs bei Stokkelaar

Ein Dutzend Eltern des aktuellen Konfirmandenjahrgangs der Evangelischen Friedens-Kirchengemeinde haben sich bei einem Besuch des Bestattungsunternehmens Stokkelaar in Gremmendorf über das Bestattungswesen und viele Fragen rund ums Sterben informiert.

Stokkelaar AufbahrungsraumDer Seniorchef Hans-Harald Stokkelaar berichtete dabei aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz. Sein Anliegen, eine realistische Darstellung seines Berufs und seiner Dienstleistungen zu vermitteln, verfolgte der Bestatter mit einem interessanten Vortrag und einem anschließenden Rundgang durch die Räumlichkeiten am Höltenweg. Ihm sei es ein großes Anliegen, gegen gesellschaftliche Tabuisierungen und falsche Vorstellungen über das Bestatterwesen zu informieren.

„Wir machen genau das, was traditionell die Nachbarschaft für die Angehörigen von Verstorbenen gemacht hat“, umriss Herr Stokkelaar sein breites Aufgabenfeld. Neben der Überführung des Leichnams, der angemessenen Aufbahrung des Toten in den eigenen Räumen des Bestattungsunternehmens, in der Kirche oder der friedhöflichen Trauerhalle, der Organisation der Bestattung selbst einschließlich der Absprachen mit der Friedhofsverwaltung sowie dem Trauerredner, stehen intensive Gespräche mit den Angehörigen im Mittelpunkt seiner Dienste. Oft genug öffnen sich die Hinterbliebenen in der extremen Ausnahmesituation dem Bestatter intensiver als der eigenen Familie. Hier sind viel Einfühlungsvermögen und die Bereitschaft des Zuhörens zwingende Voraussetzungen, um den Beruf qualifiziert ausführen zu können. Deshalb erwähnt Herr Stokkelaar, dass es niemals allein ums Geldverdienen gehen kann, wenn man in diesem Metier zufrieden arbeiten will und Angehörige in schweren Stunden begleiten möchte.

Durch die Auflösung großer Familienverbände und die Verstädterung sind traditionelle Unterstützungsmöglichkeiten für Angehörige von Verstorbenen verloren gegangen. Hier helfen die Dienstleistungen des Gremmendorfer Bestatters und seiner Kollegen in vielfältiger Weise weiter. Durch das weitverbreitete Verdrängen des Sterbens aus dem Alltagsbewusstsein – „im Schnitt sind die Menschen heute ca. 40 Jahre alt, wenn sie erstmals einen Toten zu sehen bekommen“, so Stokkelaar – sind elementare nachbarschaftliche Hilfestellungen verloren gegangen. So treffen die Bestatter in der Regel auf überforderte Angehörige in extremen Ausnahmesituationen, was ihnen eine ganz besondere Sensibilität und Verantwortung abverlangt. Umso erstaunlicher waren die Gäste darüber,  dass an den Beruf des Bestatters keine gesetzlichen Mindestanforderungen gestellt werden.

In einer angeregten Unterhaltung brachten sich die Eltern mit ihren eigenen, sehr persönlichen Erfahrungen mit dem Sterben und dem Tod Angehöriger ein. Dabei wurde immer wieder deutlich, wie unterschiedlich und mannigfaltig der Umgang mit diesem schwierigen Thema ist. Bei aller Unterschiedlichkeit gab es allerdings eine Konstante zu beobachten, nämlich wie wichtig für Trauernde eine aktive Auseinandersetzung zu Lebzeiten mit dem Thema ist. Die Auseinandersetzung kann entsprechend persönlicher Befindlichkeiten durchaus unterschiedlich ausfallen, aber vermeiden lässt sie sich im Trauerfall nicht. Deshalb hilft auf jeden Fall die Bereitschaft, sich zu Lebzeiten aktiv damit zu befassen. Herr Stokkelaar hob in diesem Zusammenhang den positiven Einfluss der Hospizbewegung hervor. Von ihr seien in den letzten Jahren viele anerkennenswerte Impulse ausgegangen.

Klaus Glatzel, Konfirmanden Vater
(Oktober 2012)